Sie wurden von ihren Herkunftsländern an die Kunsthochschule entsandt, um Fachkenntnisse zu erwerben. Im Verlauf des Studiums schlugen sie unterschiedliche Wege ein. So auch Enkhbat aus der Mongolei: Nach sieben Tagen Zugfahrt erreicht er 1978 Leipzig. Nach anfänglichen Sprachproblemen und einem Jahr im Studentenwohnheim schafft er es eine eigene Wohnung zu mieten und pflegt den Kontakt mit Deutschen. Im Interview schildert er diese Zeit als die glücklichste seines Lebens. Er fotografiert Arbeiter in Kneipen und geht mit ihnen in ihre Betriebe. Für seine fotografische Arbeit findet er zunehmend Anerkennung in der Szene. Sein Diplom trägt den Titel „Schönheit“. Nach seiner Rückkehr in die Mongolei arbeitet er bei der Parteizeitung, leitet dann einen Fotozirkel mit Kindern und bereist das Land. Heute ist er Inhaber des größten Verlags und der größten Buchhandlung in der Mongolei.

Wie schon in „Die Kritiker“(2009) und „Auf Augenhöhe“(2010) setze ich in „Ferngespräch“ das gefilmte Interview ein und erreiche so einen besonderen Zugang zu meinem Gegenüber und seiner Geschichte. Fakten und Emotionen, Stimme, Mimik und Körperhaltung stehen gleichwertig nebeneinander. Neben den klassischen Vis-à-vis-Interviews verwende ich erstmals die Videotelefonie mittels Skype.

Die Interviewpartner sind: Dang Dinh An (Vietnam), Mahmud Dabdoub (Libanon), Enchbat Rozzongijn (Mongolei) und Georgios Wlachopulos (Griechenland) und Jaroslaw Krzysztof Wójcik (Polen).

Ferngespräch, 2014
100:00 min
Full-HD