Bei der Gruppenarbeit von Sebastian Fischer und Rozbeh Asmani steht die unmittelbare Beurteilung
eines Kunstwerkes im Zentrum des Werkes selbst: Ein Kunstkritiker spricht in ein Mikrofon und beurteilt ein Werk. Die ausgesprochenen Worte werden auf einem analogen Tonbandgerät aufgezeichnet. Die Tonbandspule ist manipuliert, so dass sich ein Berg von Material auf der gegenuueberliegenden Seite auf dem Boden stapelt. Der Kuenstler bedient sich unter Aufsicht des Kritikers von dem Tonband und verwendet es in einer „Live-Painting-Perfomance“ zur Produktion seines neuen Kunstwerkes auf der Leinwand. Die Aktion wird mit einer Videokamera dokumentiert. Der Kritiker steht auf gleicher Höhe wie der Künstler, mit beiden Beinen auf dem Boden. Indem der Künstler die auf Tonband aufgezeichneten Worte über sein Schaffen unmittelbar in den Schaffensprozess integriert geht er in dirketer Form auf den theoretischen Diskurs seiner Arbeit und die Rezension dieser ein.

Text: Dr. Claudia Tittel

Asmani/ Fischer
Schaffensprozess, 2008
Mixed Media | Video, Tonbandgerät,
Leinwand, Bandmaterial
80 x 60 cm (3 x 10 min)
Performance mit Marc Ries