In der Videoarbeit “Startankstelle“ zeigt Rozbeh Asmani eine Tankstelle bei Nacht mit drei Jugendlichen in einem schwarzen BMW. Am Drehort wird kein Eingriff vorgenommen. Gedreht wird mit zwei Kameraeinstellungen: die Tankstelle aus einer totalen Perspektive und der hermetische Innenraum aus der Sicht des Rücksitzes. Die fest installierte Kamera zeigt eine von Neonlicht dominierte Tankstellenanlage. Die Handkamera im Innern des Fahrzeugs zeichnet mit Bild und Ton das Gespräch der Jugendlichen auf (…) Das Fahrzeug wird nicht betankt. Es fährt nicht. Es steht. Nur die rote Beleuchtung der Armaturen versinnbildlicht einen Zwischenzustand: Jugendliche, die noch nicht in der westichen Gesellschaft angekommen sind und nicht wissen, wo sie hin wollen. Trotz cooler Attitüde beherrscht jedoch die Langeweile ihr randständiges Leben. Ihr Gefangensein im gesellschaftlichen Abseits wird auf bedrückende Weise deutlich. Dabei kommt dem Auto als wichtigem Statussymbol eine besondere Rolle zu. Das Fahrzeug dient hier nicht als Fortbewegungsmittel, sondern als sozialer Treffpunkt. Der Innenraum des Fahrzeugs ist nur scheinbar Schutzraum. Er dient der Abschirmung von der Außenwelt, steht aber für Isolation und innere Emigration.

Text: Joachim Blank

Rozbeh Asmani
Startankstelle, 2007
2-Kanal-VideoInstallation, MiniDV, Farbe
8:49 min

in Zusammenarbeit mit Tobias Zielony