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In “Tehran Taxi/ Leipzig Taxi“ begibt Rozbeh Asmani sich selbst im Taxi auf eine Reise durch die Städte und kommt mit den TaxifahrerInnen ins Gespräch. Im Schutzraum seines Taxis in Tehran kritisiert der Fahrer Missstände im Iran. Der Blick auf die Großstadt wird konsequent aus dem Taxi heraus gefilmt. In “Leipzig Taxi“ einem Film mit ähnlicher Struktur, erzählt eine Taxifahrerin während der Fahrt aus ihrem Alltag. Beim Unterwegssein bietet sich aus der Froschperspektive des Autos ein Blick auf die Stadt Leipzig, die fast metropolenhaft wirkt, nicht zuletzt da die Reise an etlichen Baustellen vorbeiführt, was einen sehr urbanen Eindruck erweckt. Zugleich verweisen die Taxifahrten auf komplexe Weise auf wirtschaftliche Situationen zweier unterschiedlicher Staaten: der Tehraner Taxifahrer erzählt von seinem Existenzkampf, die Leipzigerin verweist auf die Transformation in Ostdeutschland nach 1989. Nicht nur fahren weniger Gäste mit dem einem Taxi, sondern mit den drastischen Wandlungen auf dem Arbeitsmarkt mussten sich viele ehedem höher Qualifiizeirte auf den Taxiberuf umstellen. Auch können und dürfen viele EinwandererInnen nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland nicht in ihrem Beruf tätig sein, sondern müssen sich über weniger qualifizierte Jobs finanzieren in der Hoffnung, dass dies eine Übergangslösung bleibt.  Text: Julia Schäfer / Heidi Stecker

Tehran Taxi / Leipzig Taxi, 2007
2-Kanal-VideoInstallation | MiniDV, Farbe
8:06 min